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Wenn mein Mond deine Sonne wäre

Andreas Steinhöfel:
Wenn mein Mond deine Sonne wäre.

Carlsen, 2015.
ISBN: 978-3-551-27136-5
80 Seiten, EUR 16,99 (ab 8 J.)

Sein ganzes neunjähriges Leben lang saß Max mit seinem Großvater im Garten und konnte ihm alles erzählen, was er erlebt hatte. Seit der im Heim wohnt, weil er „nicht mehr alle Schälchen in der Schüssel hat“, vermisst ihn Max sehr. Eines schönen Sommertags entführt er ihn einfach, den Code für die Außentür hat ihm eine Pflegerin ja mal verraten, und Fräulein Schneider, eine ehemalige Tanzlehrerin, kommt gerne mit „zur Sonne“. In Blumental angekommen, erleben die drei einen schönen Sommertag, der von der Musik Prokofjews untermalt wird. Fräulein Schneider tanzt ausgelassen über die Wiese und macht Schneeengel, während Max mit seinem Großvater über das große Vergessen sprechen kann. Er findet für Max das tröstende Bild vom Mond, der auch da ist, wenn man ihn nicht sieht. Nun erklingt Musik von Bizet bis die Ausflügler mit Erleichterung und Schimpfen wieder eingefangen und ins Heim zurückgebracht werden.

Die beiliegende CD mit der Musik und dem von Andreas Steinhöfel selbst vorgelesenen Text begleitet das Buch mit den Buntstiftzeichnungen von Nele Palmtag und hebt es damit auf eine neue Ebene. Diese Synthese aus Wort, Ton und Bild sollte es öfter geben, zumal wenn sich alles so gut zueinander fügt. Das Thema Demenz kann so auf eine kindgemäße und poetische Art zur Sprache kommen.

© by Ulrike Schmoller
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